Drachenkämpferin


Wieder ein Buch der Sorte "Schnäppchen vom Grabbeltisch". Das letzte Buch in dem es wirklich um Drachen ging war bei mir Eragon und deshalb fand ich es durchaus mal wieder Reizvoll so eins zu lesen. Zumal auf der Rückseite extra geschrieben wird:
Gut und spannend erzählt, für alle Fans von ERAGON.
(Westfälische Nachrichten).

Geschrieben wurde das Buch von Licia Troisi, einer italienische Autorin die mir bisher unbekannt war.

Leider habe ich beim dem Buch erst später herausgefunden, dass es eigentlich ein Drei-Teiler ist und ich ausgerechnet mit dem dritten Band anfange. So fehlen mir unter Umständen ein paar Grundlagen die sich negativ auf meine Kritik auswirken.



Zusammenfassung:

Nihal, die letzte Halbelfe der Aufgetauchten Welt, und ihr Gefährte, der junge Magier Sennar, haben nicht mehr viel Zeit, um ihre Welt vor dem Untergang zu bewahren.
Erst wenn sie die acht magischen Elfensteine gefunden und in einem geheimnisvollen Amulett vereint haben, können sie die Macht des Tyrannen brechen. Doch auf ihrem Weg lauert der Tod.
Nihals gefährliche Reise beginnt in den Freien Ländern, der letzten Bastion gegen den mächtigen Tyrannen. Gemeinsam mit ihrem Knappen Laio und dem Drachen Oarf durchquert sie das Land des Wassers, das Land des Meeres und das Land der Sonne. Mittels Zauberkraft gelingt es ihr, den Fundort der magischen Steine zu visualisieren. Jeder Elfenstein ist in einem magischen Schrein verborgen und wird von einem Wächter gehütet. Die Freigabe der Steine ist mit gefahrvollen Prüfungen verbunden. Als Nihal die Kräfte zu schwinden drohen, übernimmt ihr Gefährte, der Magier Sennar, die Suche nach dem nächsten Stein. Aber Sennar ist ein Nichtgeweihter. Er darf den heiligen Boden, auf dem die Schreine ruhen, nicht betreten. Berührt er die magischen Steine, wird großes Unglück über die Aufgetauchte Welt kommen. Wird es Nihal und Sennar dennoch gelingen, alle acht Elfensteine aufzuspüren und sie im Talisman der Macht zu vereinen? Werden sie den Tyrannen in der letzten, alles entscheidenden Schlacht besiegen?

Quelle

Die Welt:

Die Geschichte spielt in der sogenannten Aufgetauchten Welt. Es ist ein Königreich welches in acht verschiedenen Ländern aufgeteilt ist.
  • Land des Wassers
  • Land des Meeres
  • Land der Sonne
  • Land der Tage
  • Land der Nacht
  • Land des Feuers
  • Land des Windes
  • Große Land
Weite Teile dieser Welt sind vom Tyrannen unterjocht. Nur die ersten drei erwähnten Länder erheben noch Widerstand. Im Großen Land hat der Tyrann seine riesige Festung.

Jedes dieser Länder ist vollkommen anders gestaltet und so tummeln sich auf engsten Raum alle Arten von Lebensräumen wie zum Beispiel eine Vulkanlandschaft im Land des Feuers oder das Land der Nacht wo es immer Finster ist.

Personen und Gruppen:

Nihal:

Nihal ist die letzte lebende Halbelfe und als diese bekommt sie die große Aufgabe den Talisman zusammen zu suchen. In den ersten beiden Bänden soll sie wohl eine ziemlich harte Kämpferin gewesen sein. Die ist in diesem Buch aber nicht mehr so. Sie ist eigentlich von Anfang an gegen die ihre auferlegte Aufgabe und sieht keinen Sinn in ihrem Leben.
Spätestens mit dem Tod von Laio verliert sie dann fast allen Mut. Sie wirkte in diesem Buch nur noch schlapp und lustlos, nicht gerade das was ich von einer Drachenkämpferin erwarte.
Was ich toll an diesem Charakter fand war die Verbindung zu den ihr nahestehenden Personen. Man merkt doch deutlich, dass diese ihr wirklich wichtig sind und das diese auch der einzige Grund ist warum sie die Qualen aushält. Abschließend weiß ich nicht vollkommen was ich von ihr halten soll. Einerseits ist sie mir teilweise zu weinerlich und dadurch, dass sie nicht mehr kämpfen möchte, auch keine Drachenkämpferin mehr anderseits finde ich die Verbindung zu Laio oder Ido sehr schön.

Sennar:

Sennar ein Magier und schon langjähriger Freund von Nihal, er begleitet sie auf ihrer Reise durch die Länder. Man merkt sehr schnell, dass Sennar sehr viel mehr für Nihal empfindet als nur Freundschaft. Er baut sie immer wieder auf und kümmert sich um ihre Probleme. Viel mehr an Persönlichkeit erkenne ich aber nicht bei ihm. Er ist halt total verrückt nach Nihal.
In den Bänden davor schien er einige Abenteuer erlebt zu haben wie zum Beispiel die Reise in die Untergetauchte Welt. Er zeigt nur selten seine starken Künste als Magier, dabei wird er als der stärkste Magier im ganzen Land bezeichnet (nach dem Tyrannen)
An der Stelle des Buches als Laio und Sennar gemeinsam im Land der Nacht kämpfen, sieht man eine neue Seite an ihm. Erfüllt von grenzenloser Wut überschreitet er eine Grenze die er als rechtschaffener Zauberer nie hätte überschreiten dürfen. Er versinkt dann kurz in Schuldgefühle, doch da er gleichzeitig für Nihal da sein musste rappelte er sich schnell wieder auf.

Laio:

Laio, der Knappe von Nihal und Ido, nimmt man seine Rolle als echter Freund wirklich ab. Er ist neben Ido meine Lieblingsfigur im Buch. Er steht für Nihal ein und würde, so scheint es, alles für sie tun. Selbst unter größter Folter verrät er nichts über die Mission. Er hat ein wenig die Rolle als Underdog, niemand traut ihm wirklich viel zu aber wenn er gebraucht wird ist er da und hilft so gut er kann.
Die Stelle von Laios Tod ist wohl die traurigste im kompletten Buch. Hier hat sich die Autorin richtig ins Zeug gelegt. Es ist einerseits sehr schade, dass diese Person sterben musste, aber ich denke gerade dadurch ist sie einem auch so im Gedächtnis geblieben.

Ido:

Der kleine Kampfgnom. Er ist auch ein "richtiger" Drachenkämpfer. Seine Art ist sehr eigensinnig und er ist ein ziemlicher Sturkopf, aber auch sympathisch. Seine kleine Side-Story, der Kampf gegen Deinoforo, ist sehr interessant zu lesen und zeigt den wirklichen Krieg im Land.
Auch wenn er mit seiner Rolle als Lehrer für den Nachwuchs der Akademie nicht von Anfang an einverstanden ist, zeigt er sich trotzdem engagiert und nimmt seine Aufgabe an. Er ist im Gegensatz zu den anderen Charakter eher eine Nebenfigur, aber gerade die Geschichte wie er nach dem Verlust eines Auges zurückgekommen ist fand ich schön zu lesen.

Der Tyrann:

Der Böse. Man kann gut und gerne das so stehen lassen. Denn über ca. 90% des Buches erfährt man nicht wirklich etwas von ihm oder hört etwas von ihm. Er ist halt die Person, die für alles Üble verantwortlich ist.
Erst am Ende des Buches erfährt man seine Geschichte, meiner Meinung war dies zu spät, ich hätte gerne früher mehr von ihm erfahren.


Mein Fazit:

Die Idee hinter der Geschichte ist durchaus interessant, die Umsetzung meiner Meinung nach aber nicht sehr gelungen. Zum einen habe ich mir bei dem Kauf des Buches natürlich was komplett anderes vorgestellt. Von Nihal der Drachenkämpferin war wenig bis gar nichts zu sehen, da der Drache auf der kompletten Reise gar nicht dabei war. Auch waren die Aufgaben und Gefahren beim beschaffen der Edelsteine nicht wirklich schön aufgebaut. Mehr als die Hälfte der Steine hat sie quasi nachgeschmissen bekommen.
Vom eigentlichen Krieg bekommt man außer den Abschnitten mit Ido und dem Endkampf nicht wirklich etwas mit. Der Kampf am Ende war dann nochmal gut geschrieben, hat aber das ganze vorher meiner Meinung nach nicht wieder raus gerissen.

Gesamt: 4
Story-Idee: 3
Personen: 4
Spannung / Fesselnd: 4-
Schreibstil: 3

Man kann es sicher einmal lesen und vielleicht ist das Buch mit der Vorgeschichte auch interessanter, aber mich hat es nicht überzeugt.

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2 Kommentare:

  1. Ich hasse es, wenn ich aus Versehen einen zweiten, dritten, vierten Band usw kaufe! Deswegen wünschte ich wirklich, die Verlage würden endlich anfangen, schön deutlich auf den Covern abzudrucken, um welchen Band es sich handelt.

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    1. Ja es kann einfach unheimlich viel der Story kaputt machen. Und bei diesem Buch hat es halt dafür gesorgt, dass ich etwas komplett anderes vom Buch erwartet habe.

      Es gibt aber auch genügend Beispiele, bei dem man sofort sieht, dass es sich um einen Mehrteiler handelt oder welche die man trotzdem gut alleine lesen kann.

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